Watchmen – Die Wächter

Kult-Filme von A bis Z - Comicverfilmungen

Watchmen – Die Wächter ist ein auf den gleichnamigen Comics von Alan Moore und Dave Gibbons basierender Superhelden-Film. Regie führte Zack Snyder, der bereits für die erfolgreiche Comicverfilmung 300 verantwortlich war. Der Film kam am 5. März 2009 in die deutschsprachigen Kinos.

Der Filmjournalist Gregor Wossilus konstatiert ob der unverblümten Brutalität einiger Szenen: „Watchmen – die Wächter“ – alles andere als leichte Kinokost und in jedem Fall nur für Erwachsene. In einem Interview erklärte der Regisseur Zack Snyder, dass er den Zuschauer aufwecken wolle. Der Betrachter solcher Szenen solle sich beim Genuss dieser grausamen Szenen ertappen. Zack Snyder sehe aus diesem Grund keinen Sinn, derartige Szenen zu verharmlosen: „Ich wollte diese übertriebene Gewalt.“

Insbesondere bei der Darstellung von Gewalt und Sex ist die Filmvariante expliziter als die Comics-Vorlage. Schlägereien werden wesentlich brutaler dargestellt. Die Charaktere werden dadurch weniger als kostümierte Menschen und mehr als echte Superhelden porträtiert. Die Sexszenen zwischen Nite Owl und Silk Spectre werden im Film direkter präsentiert, während sie im Comic durch Bildausschnitte eher angedeutet wurden.

 

 

Handlung

Handlung

Der Film spielt in einem alternativen Zeitverlauf im Jahr 1985. Im Vorspann werden dabei verschiedene divergierende geschichtliche Ereignisse nach dem Zweiten Weltkrieg gezeigt, beispielsweise Wahlplakate für eine dritte Amtszeit von Richard Nixon oder der Sieg der USA im Vietnamkrieg durch Dr. Manhattan.

 

FOTOSTRECKE Filmposter: Watchmen - Die Wächter

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Edward „The Comedian“ Blake, ein 67-jähriger Superheld der ersten Stunde, wird in seinem New Yorker Appartement von einem Unbekannten überfallen und aus dem Fenster geworfen. Die Polizei geht von einem Raubüberfall aus, doch Rorschach, einer von lediglich zwei noch aktiven Superhelden, schaut sich den Tatort später genauer an und vermutet einen gezielten Mord. Er geht seinem Verdacht nach und führt darüber Tagebuch. Er warnt die übrigen Mitglieder der Watchmen, Nite Owl II, Ozymandias, Dr. Manhattan und Silk Spectre II. Dr. Manhattan forscht an einem Kernfusionsreaktor, der auf die gleiche Weise funktionieren soll wie sein Körper. Dadurch hofft er zusammen mit Adrian Veidt (Ozymandias), der als einer von zwei Watchmen der Öffentlichkeit seine Identität preisgegeben hat, Kriege beenden zu können, da der Kampf um Energieressourcen entfallen würde. Veidt verdient sein Geld unter anderem mit dem Merchandising von Watchmen-Fanartikeln.

Rorschach findet heraus, dass ein Erzfeind (Edgar „Moloch“ Jacobi) des Comedian zu dessen Beerdigung anwesend war, woraufhin er Moloch aufsucht. Dieser erzählt Rorschach, dass ihn der Comedian eine Woche vor seinem Tod betrunken „besucht“ habe und ihm verwirrte Geschichten erzählt habe. Gleichzeitig ist Laurie Jupiter (Silk Spectre II) mit ihrer Beziehung zu Jon (Dr. Manhattan) unzufrieden. Sie fühlt sich durch seine zunehmende Vergeistigung und die dauerhafte Vertiefung in seine Arbeit vernachlässigt. Nachdem er während des Geschlechtsaktes mit ihr den Reaktor fertig stellt, um ihn anschließend zu Adrian Veidt in die Antarktis zu teleportieren, verlässt sie ihn und sucht die Nähe von Daniel Dreiberg (Nite Owl II).

Als auf Adrian Veidt ein Attentat verübt wird, kann er den Attentäter überwältigen, jedoch stirbt dieser durch eine Giftkapsel. Rorschach findet dabei heraus, dass der Attentäter für eine Firma arbeitet, von der auch Edgar Jacobi eine Rente erhält. Als er Jacobi aufsucht, wurde dieser bereits erschossen und Rorschach in eine Falle gelockt. Er wird verhaftet und das Geheimnis um seine Identität wird enthüllt. Im Gefängnis wird der als Walter Kovacs enttarnte Rorschach angegriffen, woraufhin er den Angreifer schwer verletzt und dieser später stirbt. In seiner Zelle wird er von den Verbrechern bedroht, die er in dieses Gefängnis gebracht hat.

Dan und Laurie beginnen eine Affäre, als Jon verschwunden ist. Er entwickelt mit Laurie den Plan, Rorschach zu befreien. Jedoch bricht ein Aufstand im Gefängnis aus, bei dem Rorschach getötet werden soll. Dieser kann sich seiner Angreifer erwehren und flieht mit Dan und Laurie. Als diese im Versteck von Dan ankommen, wartet Jon auf Laurie und teleportiert sich mit ihr auf den Mars, um mit ihr zu reden. Dabei erfährt sie, dass ihr Vater der Comedian ist und dass dieser versucht hat, ihre Mutter, die erste Silk Spectre, zu vergewaltigen. Später zeugten beide jedoch einvernehmlich Laurie. Diese bittet Jon, die Erde vor dem nuklearen Holocaust zu beschützen.

Währenddessen finden Dan und Rorschach heraus, dass die Firma, die den Comedian hat umbringen lassen, eine von Adrian Veidts Firmen ist. Sie fliegen zu seinem Versteck in der Antarktis, wo er ihnen enthüllt, dass der nukleare Krieg zwischen der Sowjetunion und den USA nur verhindert werden kann, indem man einen Grund für eine Annäherung schafft. Er zündet Fusionsbomben mit der Energiesignatur von Dr. Manhattan und tötet dadurch Millionen von Menschen in verschiedenen Großstädten der Welt. Dr. Manhattan begreift die Absicht von Adrians Handeln. Die Einigung der beiden Supermächte beruht auf der Angst vor weiteren vermeintlichen Angriffen durch Dr. Manhattan. Doch Rorschach ist aufgebracht, da er nicht mit dieser Lüge leben will, und verlässt das Versteck, um die Welt über die wahre Ursache der Angriffe zu informieren. Dr. Manhattan hält ihn auf und tötet ihn. Er verlässt anschließend die Erde, um auf einem anderen Planeten neues Leben zu schaffen. Laurie und Dan gehen eine feste Beziehung ein.

In der letzten Szene vor dem Abspann wird gezeigt, wie ein Zeitungsredakteur Rorschachs Tagebuch, in dem er die gesamten Ergebnisse seiner Ermittlungen festgehalten hat, in der Post findet.

Im Verlauf des Films werden durch viele Rückblenden diverse Hintergründe der Watchmen erzählt, etwa die Entstehung von Dr. Manhattan durch einen Unfall, die Alkoholabhängigkeit von Sally Jupiter, der ersten Silk Spectre, oder der Tod von Silhouette.

Trailer

Watchmen Trailer: Countdown Midnight

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Watchmen Trailer

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Watchmen Trailer

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Watchmen TV Spot: "Our Only Hope"

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Watchmen TV Spot: "Latex"

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Watchmen TV Spot: "End Countdown"

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Watchmen TV Spot: "Dr. Manhattan End Countdown"

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Watchmen TV Spot: "Never Seen"

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Comics

Unterschiede zur Comic-Vorlage

Insgesamt hält sich der Film zwar sehr dicht an die Vorlage, weicht aber an einigen entscheidenden Passagen von der Handlung im Comic ab.

Am Anfang des Filmes wird angedeutet, es sei der Comedian gewesen, der das Kennedy-Attentat verübt habe. Diese Szene kommt im Comic nicht vor.

Im ersten Kapitel des Comics sucht Rorschach Adrian Veidt auf, um ihn vom Tod des Comedian und seiner (Rorschachs) „Maskenkillertheorie“ zu informieren. In diesem Dialog wird ein tiefgründiges psychologisches Bild der beiden Charaktere und ihrer Abscheu voreinander gezeichnet. Diese Schlüsselszene kommt im Film nicht vor. Dort ist es Dreiberg (Nite-Owl), der Veidt aufsucht und ein eher freundschaftliches Gespräch mit ihm führt.

Insbesondere bei der Darstellung von Gewalt und Sex ist die Filmvariante expliziter. Schlägereien werden wesentlich brutaler dargestellt. Die Charaktere werden dadurch weniger als kostümierte Menschen und mehr als echte Superhelden porträtiert. Die Sexszenen zwischen Nite Owl und Silk Spectre werden im Film direkter präsentiert, während sie im Comic durch Bildausschnitte eher angedeutet wurden.

Der wichtigste Unterschied zwischen Film und Comic besteht im Ende der Story. Während im Comic die vermeintliche und unerbittliche Größe von Ozymandias´ Plan, die Welt durch einen großangelegten Bluff (die Vortäuschung einer außerirdischen Invasion) zu vereinen, stückchenweise aufgedeckt wird und dabei zum Schluß auch deutlich wird, dass er aus reiner Logik heraus für dieses Ziel Hunderttausende von Menschen zu opfern bereit ist (er vernichtet Manhattan samt Einwohnern), schiebt er (Ozymandias) im Film die Katastrophe Dr. Manhattan und seinen vorgeblich unkontrollierbaren Superkräften in die Schuhe. In der Comicversion liegt ein zusätzlicher Reiz im offenen Ende über Dr. Manhattans weiteres Leben, während im Film Dr. Manhattans Zukunft im Exil auf dem Mars liegt; als Teil von Ozymandias´ Plan, dem Dr.Manhattan zustimmt, um die Opfer nicht umsonst gewesen sein zu lassen.

In einer Schlüsselszene, in der Rorschach den Entführer und Mörder eines Mädchens stellt und tötet, gibt dieser seine Tat zu, wogegen er sie im Comic bis zum Ende leugnet, obwohl durch die Indizien, die Rorschach in seinem Haus findet, seine Schuld für den Leser deutlich gemacht wird. Auch wird die gnadenlose Kaltblütigkeit Rorschachs gegenüber Verbrechern im Comic deutlicher: Er läßt dem Mörder die Wahl, sich entweder den Arm abzusägen, um so von seinen Handschellen befreit das brennende Haus verlassen zu können oder zu verbrennen.

Wissenswertes

Hintergründe

Arbeit an der filmischen Umsetzung

Nach der Veröffentlichung der ersten Watchmen-Comics im Jahr 1986 planten die Produzenten Lawrence Gordon und Lloyd Levin die filmische Umsetzung und ließen sich dabei von 20th Century Fox unterstützen.

Man versuchte Alan Moore für das Drehbuch zu engagieren, scheiterte jedoch an seiner Auffassung, dass die Geschichte nicht zur Verfilmung geeignet sei: „Wir haben hier Stilmittel angewandt, die nur im Medium Comic funktionieren, aber eben nicht als Roman oder Film.“ Daraufhin wurde Sam Hamm (Batman) für die Umsetzung gewonnen, der auch am 9. September 1988 eine erste Fassung des Drehbuchs abliefern konnte. Doch das hohe kalkulierte Budget von 120 Millionen Dollar war Grund dafür, dass Fox sich von dem Projekt abwendete.

Warner Bros. erkannte die Chance und erwarb nun die Rechte an der Verfilmung. Terry Gilliam machte sich daran, das Drehbuch von Hamm zu überarbeiten, und Joel Silver sagte ein Budget von 40 Millionen Dollar zu. Doch da das vorherige Werk von Gilliam, Baron Münchhausen, an den Kinokassen floppte, zog Silver seine Finanzierungszusage zurück. Auch wegen der komplexen Geschichte mit ihren unzähligen Handlungssträngen und aufwändigen Bildern galt der Film für die nächsten Jahre als nicht realisierbar.

Ende 2001 konnten Gordon und Loyd die Universal Studios für die Umsetzung gewinnen. David Hayter war für Drehbuch und Regie verantwortlich und konnte im Juli 2003 seine Adaption des Comics vorlegen. Im Oktober 2003 scheiterte jedoch die Zusammenarbeit mit Universal Studios und die Produzenten wechselten mit Hayter und dem fertigen Drehbuch zu den Revolution Studios, die sie im Juli 2004 wieder verließen.

Nun lagen die Rechte bei Paramount Pictures und Darren Aronofsky wurde als Regisseur ausgewählt. Da dieser aber aufgrund von Verpflichtungen für seinen Film The Fountain nicht verfügbar war, engagierte man Paul Greengrass. Doch im Juni 2005, Greengrass war bereits mit den Vorbereitungen für die Produktion in London beschäftigt, sollte das Projekt auch von Paramount Pictures aus finanziellen Gründen gestrichen werden.

Gordon und Levin, immer noch an einer Umsetzung interessiert, versuchten dann erneut den Film bei 20th Century Fox unterzubringen, scheiterten jedoch und fanden schließlich mit Warner Bros Ende 2005 ein Studio, dass die Unterstützung zusagte. Paramount gab die Rechte jedoch nicht komplett ab, sondern sicherte sich einen Anteil von 25 %. Diesmal gewann man Zack Snyder für den Regieauftrag, der sich bereits mit der Verfilmung von 300 einen Namen gemacht hatte.

Alan Moore war stets gegen die Verfilmung des Comics und stand Zack Snyder wie seinen Vorgängern bei der Umsetzung nicht zur Seite:

„Er [Alan Moore] hat sich jede Kontaktaufnahme verbeten. Ich habe zwar das eine oder andere Mal versucht, mit ihm zu sprechen, musste mich aber den Gegebenheiten beugen. Zum Glück hatten wir mit dem Zeichner Dave Gibbons die andere Hälfte des ‚Watchmen‘-Teams im Boot.“

Zack Snyder auf spiegel.de:

Besetzung

Zack Snyder hoffte, dass Tom Cruise die Rolle des Ozymandias einnehmen würde. Snyder wörtlich: „Ich glaube nicht, dass Tom es tun wird. Ich denke er ist beschäftigt. Er mag die Idee. Ihm gefiel das Konzept. Aber letztendlich glaube ich nicht, dass er es machen wird. Aber er ist trotzdem cool.“

Paddy Considine sollte eigentlich die Rolle des Rorschach in der Comicverfilmung mimen, bevor letztlich Jackie Earle Haley für diese Rolle gewählt wurde.

Gewaltdarstellung

Der Filmjournalist Gregor Wossilus konstatiert ob der unverblümten Brutalität einiger Szenen: „Watchmen – die Wächter“ – alles andere als leichte Kinokost und in jedem Fall nur für Erwachsene. In einem Interview erklärte der Regisseur Zack Snyder, dass er den Zuschauer aufwecken wolle. Der Betrachter solcher Szenen solle sich beim Genuss dieser grausamen Szenen ertappen. Zack Snyder sehe aus diesem Grund keinen Sinn, derartige Szenen zu verharmlosen: „Ich wollte diese übertriebene Gewalt.“

Einspielergebnis

Watchmen konnte am Startwochenende in den USA überzeugende 55 Mio. US-Dollar einnehmen. In den darauffolgenden Wochen ebbte das Interesse am Film jedoch schlagartig ab. Nach 2 Monaten Laufzeit konnte Watchmen nur rund 180 Mio. US-Dollar weltweit einfahren, bei Produktions- und Werbekosten von ca. 150 Mio. US-Dollar. Somit erzielte der Film zwar Gewinn, blieb aber deutlich unter den Erwartungen der Studios zurück.

Kritik

Kritiken

„Umwerfend, exotisch und voll roher Energie: In Zack Snyders Superheldenfilm wird zwar manchmal zu viel gequasselt, aber der Look ist genial“

Cinema

„Snyders dritte Regie-Arbeit, sein persönlicher Make-it-or-break-it-Film, ist eine zugleich eigenständige als auch vorlagengetreue Adaption einer legendären Graphic Novel. Aufgrund der expliziten Gewaltdarstellungen und des tiefschwarzen Tonfalls scheidet „Watchmen“ für Zartbesaitete zwar aus. Dank den unzähligen Schauwerten, einer Subtext-starken Geschichte und tollen Darstellern bietet Snyders Requiem auf das Superhelden-Genre dennoch ein nahezu perfektes Leinwanderlebnis.“

Jan Hamm auf filmstarts.de

„Letztlich will die »Watchmen«-Verfilmung das, was Superheldenfilme für gewöhnlich eben wollen: beeindrucken. Snyders Interesse gilt dem Spektakelwert des Faschismus und nicht der Erzeugung von Unbehagen am Spektakel.“

Jakob Schmidt in der Jungle World

„Watchmen fokussiert die Auswirkungen von Superheldentum auf das gesellschaftspolitische Weltklima mit all seinen nur zu menschlichen Allmachtsphantasien. Ein bildgewaltiges Action-Abenteuer, das sich seiner popkulturellen Wurzeln besinnt und dieses gleichzeitig mit viel Sinn für schrägen Zynismus demontiert. Ex-Model Malin Akerman fungiert als erotische Blickoase Silk Spectre II.“

Christina Krisch in der Kronen-Zeitung

„Auch Snyders neues Werk wird wohl kontrovers aufgenommen werden. Denn wie «300» ist «Watchmen» abstossend brutal: In der Nahaufnahme zerbrechen Beine und Arme, Köpfe werden mit dem Hackbeil zu Brei gemacht und schwangere Frauen mitleidslos erschossen.“

Wolf von Dewitz auf tagblatt.ch

DVDs / Literatur

DVDs:


Literatur:


 


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