Asphalt-Cowboy

Kult-Filme von A bis Z - Drama

Asphalt-CowboySchockierend, provozierend und ohne Tabus inszenierte John Schlesinger dieses menschliche Drama im Asphaltdschungel von New York (1969). Vorlage war der Roman Mitternachts-Cowboy [auch: Rodeo der Nacht] (Originaltitel: Midnight Cowboy) von James Leo Herlihy. Die Firma United Artists war für den Verleih dieses Films, mit Dustin Hoffman und Jon Voight in den Hauptrollen, verantwortlich.

Dustin Hoffman verkörpert den kleinen Gauner Ratso, der auf seine Weise versucht, sich durchzuschlagen. Der kränkelnde, unter seinem kleinen Körperwuchs leidende Ratso hat nur einen Wunsch: Er möchte raus aus der Stadt und ein neues Leben beginnen. Eines Tages trifft er auf Joe Buck, den "Asphalt-Cowboy", ein aus Texas stammender, gut aussehender und ziemlich ungebildeter Bursche. Er versucht als smarter Callboy seine sexuellen Fähigkeiten in Ruhm und Reichtum umzusetzen. Gemeinsam hoffen sie, ihre Träume zu verwirklichen…

Inhalt

In dem Großstadt-Drama Asphalt Cowboy wird gezeigt, wie der junge und äußerst naive Sonnyboy Joe Buck aus Texas nach New York kommt, um dort als Gigolo gegen Bares Frauen zu beglücken, durch seine Landei-Gutgläubigkeit aber sein gesamtes Geld verliert. Wenig später trifft er auf den heruntergekommenen hinkenden Kleinganoven „Ratso“ Rizzo und zieht, anstatt ihn wie geplant zu verprügeln, zu ihm in dessen dreckige Behausung in einem Abbruchhaus, weil er selbst kein Geld für eine bessere Bleibe hat. Das seltsame Paar erlebt einige kleinere Großstadtabenteuer, träumt aber ständig von einem langen Urlaub im warmen Florida, der besonders dem kranken Rizzo Linderung verschaffen soll. Schließlich können die beiden Herumtreiber Florida mit dem Bus erreichen, doch bei ihrer Ankunft ist „Ratso“, der an Tuberkulose litt, bereits tot.

 

Trailer Asphalt-Cowboy

Dim lights

 

Kritiken

„Regisseur John Schlesinger gelang mit seinem mehrfach Oscar-prämierten Drama eine nachhaltige Kritik am amerikanischen Way of Life und der Gleichgültigkeit der Gesellschaft. Seine Stars Jon Voight und Dustin Hoffman setzten sich in den Hauptrollen ebenfalls Denkmäler und wurden immerhin für Oscars nominiert. Mutig, wie Schlesinger sich seinerzeit sogar an das Thema Homosexualität heranwagte. Der erste Film, der das damals neu eingeführte X-Rating erhielt.“

VideoWoche

„John Schlesinger benutzt diese Bekehrungsgeschichte zur Kritik am amerikanischen "way of life", an der Gleichgültigkeit der Massengesellschaft. Der im Dialog krasse Film trifft Atmosphäre und Milieu glaubwürdig, in der psychologischen Zeichnung ist er weniger überzeugend.“

Lexikon des internationalen Films

„Der Film ist im Drehbuch und in der Darstellung nicht frei von Sentimentalitäten, aber das Gefühl der Liebe — im christlichen Sinn — zwischen diesen beiden sozialen Außenseitern wurde ergreifend dargestellt.“

Die Zeit vom 5. September 1969

Auszeichnungen

  • Asphalt-Cowboy gewann Oscars für die Regie, das Drehbuch und als Bester Film.
  • Der Film gewann außerdem noch den Laurel Award als Bestes Drama.
  • Der Film nahm am Wettbewerb der Berlinale 1969 teil und galt dort als Publikumsliebling. Bei der Preisvergabe ging der Film dann allerdings überraschend leer aus.

Besonderheiten

  • Der Film war bei seiner ersten Kinoauswertung 1969 X-rated. Damit ist Asphalt-Cowboy der erste Film, der zwar die gleiche Altersfreigabe wie pornografische Filme hatte, aber einen Oscar in der Kategorie Bester Film erhielt. 1971 wurde die neue Altersfreigabe R-rated eingeführt und Asphalt-Cowboy wurde heruntergestuft.
  • Das American Film Institute sieht Asphalt-Cowboy als einen der 100 besten amerikanischen Filme (Platz 36). 1994 wurde er aufgenommen in das „National Film Registry“ der Library of Congress.
  • Die deutsche Video-Erstausgabe war rund 108 Minuten lang und hatte als Altersfreigabe FSK 18, die heutige PAL-DVD ist mit ebenfalls ca. 108 Minuten Lauflänge bereits ab 16 Jahren freigegeben.
  • Berühmt wurde der Song Everybody’s Talkin’ von Harry Nilsson, der im Film gleich mehrfach anklingt.

Literatur

  • James Leo Herlihy: Mitternachts-Cowboy. Roman (Originaltitel: Midnight Cowboy). Deutsch von Walter Hasenclever. Ungekürzte Ausgabe. Ullstein, Frankfurt am Main, Berlin und Wien 1979, ISBN 3-548-20019-2
  • Hans-Jürgen Kubiak: Die Oscar-Filme. Die besten Filme der Jahre 1927/28 bis 2004. Die besten nicht-englischsprachigen Filme der Jahre 1947 bis 2004. Die besten Animationsfilme der Jahre 2001 bis 2004. Schüren, Marburg 2005, ISBN 3-89472-386-6

 

Filmdaten

  • Deutscher Titel: Asphalt-Cowboy
  • Originaltitel: Midnight Cowboy
  • Produktionsland: USA
  • Erscheinungsjahr: 1969
  • Länge: ca. 108 Minuten
  • Originalsprache: Englisch
  • Altersfreigabe: FSK 16/früher : 18
  • Regie: John Schlesinger
  • Drehbuch: Waldo Salt
  • Produktion: Jerome Hellman
  • Musik: John Barry
  • Kamera: Adam Holender
  • Schnitt: Hugh A. Robertson
  • Besetzung
    • Dustin Hoffman: „Ratso“ Rizzo
    • Jon Voight: Joe Buck
    • Sylvia Miles: Cass
    • John McGiver: Mr. O’Daniel
    • Brenda Vaccaro: Shirley
    • Barnard Hughes: Towney

 

 


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