Barfly

Kult-Filme von A bis Z - Drama

BarflyBarfly ist ein US-amerikanisches Filmdrama von Barbet Schroeder aus dem Jahr 1987. Das Drehbuch zu dem Film schrieb der in den Vereinigten Staaten zum Kultautor gewordene Schriftsteller Charles Bukowski seinem Schreibstil entsprechend mit vielen autobiographischen Anleihen. Die Rolle seines Alter Ego Henry Chinaski übernahm Mickey Rourke.

Handlung

Der alkoholsüchtige und in Los Angeles lebende Henry Chinaski verbringt seine Tage damit trinkend und manchmal auch Kurzgeschichten oder Gedichte schreibend dem Radio zu lauschen. Abends besucht er verschiedene Bars, wo er sich betrinkt, um dann zumeist eine Prügelei anzufangen. Besonders der Barkeeper Eddie, der sich seiner Meinung nach zu sehr in den Vordergrund stellt, ist dabei sein Ziel.

 

Nachdem er wiedermal aus der Bar geschmissen wurde, wo er sich mit Eddie geprügelt hatte, begegnet er in einer anderen Absteige der ebenfalls alkoholsüchtigen Wanda, der er von seinem letzten Geld einen Drink spendiert. Dafür bedankt sie sich bei ihm indem sie für beide auf Kosten eines unbekannten Gönners an einer Tankstelle Alkohol und Zigarren für die Nacht erwirbt. Die beiden ziehen zusammen, doch nachdem Wanda Henry ausgerechnet mit dessen Erzfeind Eddie untreu wird, kommt es zu einigen Streitigkeiten, bei denen sogar Sanitäter eingreifen müssen. Letztlich bekommen die beiden ihre Beziehung jedoch in den Griff.

 

Trailer Barfly

Dim lights

 

Die Ruhe wird aber wiederum von der Literaturagentin Tully Sorenson gestört, die eine seiner Geschichten veröffentlichen will. Als Henry sie in ihr Haus begleitet, landet er nach einigem Whiskey mit ihr im Bett. Tully sieht etwas besonderes in ihm und sucht ihm bald darauf in seiner Stammbar auf, wo es zu einem Handgemenge zwischen ihr und Wanda kommt, das Wanda für sich entscheiden kann. Henry spendiert von dem Geld für die Publikation seiner Geschichte zur Feier des Tages eine Runde an seine Freunde in der Bar.

Kritiken

Desson Howe schrieb am 20. November 1987 in der Washington Post, es gäbe nur eines was ihm an Barfly Kopfzerbrechen bereitet, es könnte zu viel Spaß machen ihn sich anzusehen. („There's only one worry about 'Barfly' -- it might be too much fun.“) Henry Chinaski würde weniger als Verlierer sondern vielmehr als neuer Tramp Chaplins gezeigt („As Henry Chinaski, he's not so much a loser as an update of Chaplin's Tramp […]“) und Mickey Rourke, der damit seine beste Rolle gefunden hat („[…] Rourke certainly has found his best role […]“ würde diesem einen angeberischen Pathos einflößen. („[…] infuses the character with swaggering pathos.“) Selbst wenn Faye Dunaway in diesem Film nicht ihre beste Rolle spielen würde, wäre es ihre mutigste. („If this isn't her best role, it's Dunaway's gutsiest.“)

Uli Hübsch schrieb in der tz: „Eine nicht gerade überwältigende Story, aber die grandiose Leistung von Dunaway/Rourke und die dichte Inszenierung machen diesen Film zur Beschwörung von berauschten Nächten.“

Auszeichnungen

Der Film lief im Wettbewerb um die Goldene Palme bei den Filmfestspielen von Cannes. Faye Dunaway wurde für den Golden Globe, Mickey Rourke und Kameramann Robby Müller für den Independent Spirit Award nominiert.

Hintergrund

Bukowski schrieb das Drehbuch in Zusammenarbeit mit Barbet Schroeder bereits Anfang der 1980er Jahre. Die Realisierung zog sich aber mehrere Jahre hin, da Schroeder zunächst keine Geldgeber finden konnte.

Laut Bukowski hatten auch Sean Penn und Madonna ein großes Interesse an den beiden Hauptrollen. Die beiden waren in den 1980ern verheiratet und besuchten Bukowski mehrfach in seinem Haus in San Pedro. Zu der Zusammenarbeit kam es aber nicht, da die beiden Dennis Hopper als Regisseur wollten. Bukowski jedoch fühlte sich Barbet Schroeder gegenüber in der Pflicht.

In einer Szene des Films schwenkt die Kamera über Faye Dunaways Beine. Sie selbst bestand auf dieser Einstellung, die von einigen Fans als unpassend zum unglamourösen Rest des Films angesehen wird.

Bukowski selbst ist in dem Film als Statist zu sehen und spielt einen Trinker (also sich selbst), der an einem Tresen in einer Bar sitzt und Mickey Rourke nachschaut, der hinter ihm vorbeigeht.

In dem zwei Jahre später erschienen Buch Hollywood erzählt Bukowski von seinen Erfahrungen mit der Filmindustrie und davon, wie er sich selbst als jungen Mann auf der Leinwand wiedersieht. Das Buch schildert auf einer verfremdeten Ebene die Produktion von Barfly aus seiner Sicht.

Zwei Mitarbeiter des Teams um Kameramann Robby Müller entwickelten zur Beleuchtung einer in einem engen Raum stattfindenden Szene das Kino Flo, eine besonders platzsparende und leichte Beleuchtungsmöglichkeit.

Filmdaten

  • Deutscher Titel: Barfly
  • Originaltitel: Barfly
  • Produktionsland: USA
  • Erscheinungsjahr: 1987
  • Länge: 97 Minuten
  • Originalsprache: Englisch
  • Regie: Barbet Schroeder
  • Drehbuch: Charles Bukowski
  • Produktion: Barbet Schroeder, Jack Baran, Yoram Globus, Menahem Golan, Tom Luddy, Fred Roos
  • Musik: Jack Baran
  • Kamera: Robby Müller
  • Schnitt: Éva Gárdos
  • Besetzung
    • Mickey Rourke: Henry Chinaski
    • Faye Dunaway: Wanda Wilcox
    • Alice Krige: Tully Sorenson
    • Frank Stallone: Eddie
    • Jack Nance: Detective
    • Sandy Martin: Janice
    • Roberta Bassin: Lilly
    • Gloria LeRoy: "Grandma" Moses
    • Joe Unger: Ben
    • Harry Cohn: Rick
    • Pruitt Taylor Vince: Joe
    • Fritz Feld: Obdachloser

 


Die Beitragsseite zum Film "Barfly" basiert auf dem Artikel Barfly aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.