Gangster in Key Largo

Kult-Filme von A bis Z - Film noir

Gangster in Key Largo ist ein 1948 unter der Regie von John Huston gedrehter Spielfilm mit Humphrey Bogart, Lauren Bacall und Edward G. Robinson in den Hauptrollen. Er basiert auf dem Theaterstück Key Largo (1939) von Maxwell Anderson. Bei seiner deutschen Erstaufführung im Jahre 1950 lief der Film unter dem missratenen Titel Hafen des Lasters.

Bei dem Film handelt es sich um einen klassischen Film Noir. Der Film bezieht seine enorme Spannung auch dadurch, dass er weitgehend in einem Raum - dem Gastzimmer der Pension - spielt. In ihm prallen die verschiedenen Interessen aufeinander.

Handlung

Der ehemalige US-Offizier Frank McCloud besucht den Vater James Temple und die junge Witwe Nora Temple eines Soldaten, der unter seiner Führung im Zweiten Weltkrieg gefallen ist. Er stellt fest, dass die Pension, die sie auf der Florida vorgelagerten Insel Key Largo führen, von Gangstern in Beschlag genommen ist. Ein Hurrikan zieht auf und McCloud hilft mit, die Situation zu meistern und muss sich dabei mit dem Gangsterboss Johnny Rocco anlegen. Der Film endet damit, dass McCloud die Gangster mit dem Schiff zurück nach Kuba bringen soll, sie dabei aber einen nach dem anderen tötet. Ein "happy end" ist zu erahnen: Die Temples haben McCloud angeboten, bei ihnen zu bleiben; McCloud kehrt zu ihnen zurück.

Motive

McCloud ist eigentlich enttäuscht und desillusioniert. Seine moralischen Maßstäbe sind im Krieg erschüttert worden. Durch die Auseinandersetzung mit den Gangstern findet er zu sich selbst zurück und verliebt sich in die junge Witwe.

Das Thema des Films ist das Verhältnis von Verantwortung und Mut (im Film: „Charakter“) zu persönlicher Sicherheit und Feigheit (im Film: „Verstand“). Kurze Zeit sieht es so aus, als „kneife“ McCloud, der von Rocco eine Pistole bekommen hat, und Nora Temple formuliert das explizit als Vorwurf; doch die Pistole ist nicht geladen, und der Hilfssheriff, der mit ihrer Hilfe fliehen will, wird erschossen. Die Begleiterin Roccos, eine Trinkerin, meint, es sei besser ein lebender Feigling als ein toter Held zu sein. McCloud rechtfertigt sich, er denke nur an sich und seine Angelegenheiten, beweist aber kurze Zeit später, dass das nicht stimmt, als er der Trinkerin entgegen Roccos Befehlen Alkohol gibt und dafür vom Gangster mehrfach geschlagen wird und da seine Besonnenheit unter Beweis stellt. In der Wahl zwischen lebendigem Feigling und totem Helden gelingt es McCloud, als lebendiger Held auszusteigen.

Hintergrund

Der Film weist deutliche Parallen zu Bogarts erstem erfolgreichem Hollywoodfilm auf: Der versteinerte Wald von 1935. Auch hier wird eine Gruppe von Menschen an einem abgelegenen Ort von Gangstern gefangen gehalten. Und auch dieser Film spielt in einem engen zeitlichen Rahmen (etwa 24 Stunden). In "Key Largo" ist Bogart diesmal jedoch in der Rolle des "Helden" zu sehen, während er 1935 den Gangster spielte. Eine interessante Fußnote im diesem Zusammenhang ist, dass Edward G. Robinson ursprünglich auch den Gangster in Der versteinerte Wald spielen sollte, diese Rolle dann aber an Bogart gegangen war.

Das Boot, mit dem die Gangster flüchten trägt den Namen Santana. Es trägt somit den gleichen Namen wie Bogarts Privatjacht. Seine Segelkenntnisse kann er in diesem Film auch zeigen: so zum Beispiel beim Festknoten der Boote vor dem Sturm.

Kritik

  • Lexikon des internationalen Films: Die zu hoher Spannung gesteigerte Handlung und kompakte Atmosphäre machen den ausgezeichnet besetzten und formal geschlossenen Kriminalfilm zu einem Höhepunkt seines Genres.

Auszeichnungen

  • Claire Trevor gewann für ihre überzeugende Darstellung der Trinkerin Gaye des Oscar als Beste weibliche Nebendarstellerin

Filmdaten

 


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