Manche mögen’s heiß

Kult-Filme von A bis Z - Komödien / Tragikomödien

Manche mögen’s heiß ist eine Komödie aus dem Jahr 1959. Geschrieben wurde sie von I. A. L. Diamond und Regisseur Billy Wilder nach einer Geschichte von Robert Thoeren und Michael Logan.

Handlung

Die Handlung spielt während der Alkoholprohibition im Chicago der späten 1920er Jahre. Als der illegale Nachtclub, ein sogenannter „Speakeasy“, in dem sie bisher aufgetreten sind, nach einer Razzia geschlossen wird, haben die Musiker Joe und Jerry Probleme, eine neue Anstellung zu finden.

 

Ihr Agent hat keine Verpflichtung für sie und nimmt sie auch noch mit der Anfrage einer Damenkapelle nach zwei Musikerinnen auf die Schippe.

Beide erhalten schließlich dennoch einen Tipp für eine mögliche, allerdings außerhalb Chicagos liegende Verpflichtung. Um sich dort vorstellen zu können, schwatzen sie Nellie, einer vernachlässigten Freundin von Joe, deren Wagen ab. Als sie diesen abholen wollen, werden sie beim Auftanken des Wagens in der Autowerkstatt unbeabsichtigt Zeugen eines Massenmordes: Der Gangsterboß Gamaschen-Colombo (kurz „Gamasche“; im englischsprachigen Original „Spats Colombo“) stürmt mit seiner Gang die Garage, die einer rivalisierenden Bande unter der Anführung von Zahnstocher-Charlie (englisch: „Toothpick Charlie“) als Hauptquartier dient. Charlie hatte versucht, Gamasche an die Polizei zu verraten und muß nun dafür büßen: Er wird mit seinen Leuten und dem Tankwart als lästigen Zeugen an die Wand gestellt und mit Maschinenpistolen erschossen.

Joe und Jerry, die sich hinter einem Wagen versteckt gehalten haben, werden bemerkt, können aber fliehen. Sie müssen dringend Chicago verlassen, um nicht Gamasches Schergen in die Hände zu fallen.

In ihrer Not erinnert sich Joe an die Anfrage der Damenkapelle und ruft mit verstellter Stimme bei seinem Agenten an, um sich und Jerry engagieren zu lassen. Da die Stellen noch frei sind, verkleiden sie sich als Frauen, und es gelingt ihnen, als Josephine (Joe) und Daphne (Jerry) von der Kapelle aufgenommen zu werden.

Auf der Bahnfahrt zu ihrem Engagement in Florida verlieben sich beide in die Ukulele-Spielerin und Sängerin „Sugar“. Obwohl Joe und Jerry ihre wahre Identität – und damit ihr Geschlecht – auch ihr gegenüber nicht preisgeben können, rivalisieren beide um Sugars Zuneigung.

Als die Damenkapelle Miami erreicht, um dort im Hotel „Seminole Ritz“ aufzutreten, verliebt sich der lebenslustige Millionär Osgood Fielding III. in Daphne (Jerry), während sich Joe eine neue Identität zulegt, um sich Sugar als Mann nähern zu können. Er gibt sich Sugar gegenüber als Millionär „Junior“ aus und kann sich geschickterweise die Yacht von Osgood für ein nächtliches Treffen mit Sugar ausleihen, da er Jerry überzeugt hat, mit Osgood für diesen Zeitraum auswärts tanzen zu gehen, anstatt sich auf dem Boot zu treffen.

Unglücklicherweise hat auch die Cosa Nostra ("Freunde der italienischen Oper") zu einer Konferenz im selben Hotel eingeladen, und Gamaschen-Colombo und seine Gang sind als Abordnung aus Chicago Teilnehmer dieser Zusammenkunft. Voller Panik versuchen sich Joe und Jerry vor der Gang zu verstecken, landen dabei aber genau unter den Tischen der „Freunde der italienischen Oper“ und erleben so die Liquidierung von Gamaschen-Colombo und seinen Anhängern wegen des Mordes an Zahnstocher-Charlie durch einen Gangster, der mit einer Maschinenpistole aus einer überdimensionalen Geburtstagstorte hervorspringt, unmittelbar mit.

Es folgt eine weitere turbulente Verfolgungsjagd, an deren Ende Jerry, Joe, Sugar und Osgood mit Osgoods Yacht fliehen wollen. Auf der Fahrt zur rettenden Jacht gesteht Jerry seinem Verehrer Osgood, dass er in Wahrheit gar keine Frau ist, und lüftet zum Beweis seine Perücke, was Osgood gelassen mit den Worten „Na und? Niemand ist vollkommen!“ (Original engl.: Well, nobody's perfect!) aufnimmt.

Hintergrund

  • Hauptdrehort war das Hotel del Coronado in San Diego (Kalifornien).
  • Marilyn Monroe singt in diesem Film ihren Klassiker I wanna be loved by you.
  • Michael Logan, der die Geschichte mitentwickelte, adaptierte diese bereits 1951 für den deutschen Film Fanfaren der Liebe (Regie: Kurt Hoffmann). In dieser Version kamen noch keine Gangster vor. Manche mögen’s heiß wird deshalb oft als Neuverfilmung von Fanfaren der Liebe betrachtet.
  • Wilder entschied, dass Manche mögen’s heiß trotz der Errungenschaft des Farbfilmes in schwarz-weiß gedreht wurde. Der Grund hierfür war, dass in Farbe das Frauen-Make-up von Curtis und Lemmon neben dem Make-up von Monroe zu maskenhaft gewirkt hätte.
  • Tony Curtis parodiert in seiner Verkleidung als verklemmter Öl-Milliardär Cary Grant und dessen britischen Akzent.
  • Die Rolle von Jack Lemmon sollte ursprünglich Frank Sinatra übernehmen. Doch der erschien zu der mit Billy Wilder angesetzten Vorbesprechung nicht.
  • Ein Drehtag kostete damals 20.000 US-Dollar. Marilyn Monroe schraubte die Kosten zusätzlich hoch, weil sie zum Ende der Dreharbeiten Szenen zum Teil 80-mal und mehr verpatzte, und das, obwohl sie nur zwei kurze Sätze zu sagen hatte. Für die Szenen am Hotelstrand waren dagegen extra 3 Drehtage angesetzt, weil wegen der startenden und landenden Militärmaschinen am nahegelegenen Flughafen der Navy immer nach wenigen Minuten unterbrochen werden musste. Trotz langer und schwieriger Textpassagen schaffte Marilyn wider Erwarten alles beim ersten Take, so dass nach 20 Minuten alles im Kasten war.
  • Der Film enthält zahlreiche Anspielungen auf historische Fakten des organisierten Verbrechens in Chicago zur Zeit der Handlung:
    • Filmbösewicht Gamaschen-Colombo betreibt zur Tarnung ein Beerdigungsinstitut; Dean O'Banion benutzte einen Blumenladen als Hauptquartier.
    • Das Massaker in der Werkstatt ist eine Anspielung auf das sogenannte Valentinstag-Massaker.
    • Gamaschen-Colombos Ermordung auf einer Verbrecherkonferenz in Miami ist eine Anspielung auf das National Crime Syndicate.
    • Die Miami-Konferenz im Film tarnt sich unter der Bezeichnung „Freunde der italienischen Oper“; Al Capone liebte italienische Opern.

Kritik

Das Lexikon des internationalen Films preist den Film – hauptsächlich wegen der darstellerischen Leistung der Hauptdarsteller, Wilders glänzender Regie und des humorvoll nostalgischen Drehbuchs – als „umwerfende Farce“. Prisma Online schreibt: Billy Wilder gelang eine wirklich umwerfend witzige Komödie mit brillanten Darstellern, schwungvollen Dialogen und dem vielzitierten Schlusssatz „Nobody is perfect“. Außerdem ist Wilder hier auch ein für damalige Verhältnisse recht frivoler Umgang mit Geschlechterrollen gelungen. Ein Film, der nichts von seiner Frische eingebüßt hat und auch in der x-ten Wiederholung höchst unterhaltsam ist.

Hift in Variety: Some like it hot, meisterhaft in Szene gesetzt von Billy Wilder, ist wohl der witzigste Film seit langem. Es ist eine verrückte, clevere, burleske Komödie, die wie ein Feuerwerk beginnt und bis zum Schluss die tollsten Funken sprüht… Es mag sich abgedroschen anhören, aber Marilyn sah noch nie besser aus. Ihre Leistung als Sugar, die üppige Blondine mit Vorliebe für Saxophonspieler und Männer mit Brille, hat etwas auf köstliche Weise Naives. Sie ist eine Komödiantin mit jener Mischung aus Sexappeal und Gespür für den richtigen Moment, die unschlagbar ist.

Auszeichnungen

Der Film wurde für sechs Oscars nominiert, musste dann aber in je zwei Kategorien Ben Hur sowie dem Tagebuch der Anne Frank den Vortritt lassen. Die begehrte Trophäe konnte er immerhin für die besten Kostüme/schwarzweiß (Preisträger: Orry-Kelly) gewinnen. Bei der Golden-Globe-Verleihung wurde der Film als beste Komödie ausgezeichnet. Jack Lemmon und Marilyn Monroe erhielten die Preise als beste Schauspieler in einer Komödie. Das American Film Institute wählte den Film 2000 auf Platz 1 der 100 besten amerikanischen Filmkomödien aller Zeiten und 1998 auf Platz 14 der 100 besten amerikanischen Filme aller Zeiten. 2007 wurde er auf Platz 22 der besten amerikanischen Filme gewählt. 1989 wurde Manche mögen's heiß in das National Film Registry aufgenommen.