Des Teufels General

Kult-Filme von A bis Z - Kriegs- / Antikriegsfilme

Des Teufels General ist ein deutscher Schwarzweiß-Spielfilm aus dem Jahre 1955 mit Curd Jürgens in der Hauptrolle. Er entstand 1954 unter der Regie von Helmut Käutner und wurde am 23. Februar 1955 in den Kinos uraufgeführt. Als Vorbild für die Figur Harras diente der Flieger und Luftwaffengeneral Ernst Udet (flog im 1. Weltkrieg gemeinsam mit Göring in Manfred von Richthofens Fliegerstaffel), der 1941 offiziell bei der Erprobung eines neuen Flugzeuges tödlich verunglückte, sich aber in Wirklichkeit selbst erschoss. Er war mit Zuckmayer befreundet.

Handlung

Deutschland im Dezember 1941. Während des Zweiten Weltkriegs sucht die Führung der gefürchteten SS aus strategischen Gründen die Nähe des berühmten Luftwaffengenerals Harras. Dieser ist ein erfahrener Veteran des Ersten Weltkriegs sowie passionierter Pilot. Der weltoffene, charmante Harras teilt allerdings nicht die Ideologie der NS-Diktatur und verspottet diese. Neben dem Fliegen hegt er nur Affinitäten zu Frauen und Alkohol.

Auf einer Veranstaltung im Rahmen einer Auszeichnung für Flieger lernt Harras die erst 21-jährige Dorothea kennen, die beiden fühlen sich sogleich zueinander hingezogen. Während derselben Feier versucht der SS-Gruppenführer Schmidt-Lausitz Harras für seine Ziele zu gewinnen. Der Versuch scheitert kläglich, General Harras weist ihn verachtungsvoll zurück. In der gleichen Nacht missachtet er die Warnungen seines Freundes Oderbruch, der ihm rät zu fliehen, da die SS ihn verhaften wolle. Harras tut die Warnungen ab und fährt dennoch in seine Wohnung, wo er umgehend von der Gestapo verhaftet wird. Er wird eingesperrt und soll durch psychische Folter gefügig gemacht werden. Damit will die SS gleichfalls Exempel statuieren, auf dass niemand sich mehr ihnen widersetzen möge. Schmidt-Lausitz' Aktion ist persönlich genehmigt und gedeckt durch Heinrich Himmler.

Nach 14 Tagen Haft und anschließender Freilassung ist Harras ein anderer Mann. Ihm ist nun bewusst, dass er durch seine Zeit bei der deutschen Luftwaffe einen fatalen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat – diesen gilt es nun zu brechen. Aus diesem Grund schützt er seinen Freund Oderbruch, der einen tödlichen Konstruktionsfehler an den in Erprobung stehenden Flugzeugen verschweigt, damit Hitlers Regime den Krieg verliert. Schmidt-Lausitz zwingt Harras, ein Rücktrittsgesuch als General zu unterschreiben. Daraufhin eskaliert die Situation: Mittels vorgehaltener Waffe jagt Harras Schmidt-Lausitz aus dem Raum. Doch anstatt zu fliehen, steigt er bewusst mit einer der fehlerhaften Maschinen in die Lüfte und stürzt sich zu Tode.

Wissenswertes

  • Erstausstrahlung im Fernsehen war am 24. April 1967 im ZDF. Produziert wurde der Film von Walter Koppel und der Real-Film GmbH. Dem Film diente Carl Zuckmayers Drama Des Teufels General von 1945 als Vorlage.
  • Als Vorbild für die Figur Harras diente der Flieger und Luftwaffengeneral Ernst Udet (flog im 1. Weltkrieg gemeinsam mit Göring in Manfred von Richthofens Fliegerstaffel), der 1941 offiziell bei der Erprobung eines neuen Flugzeuges tödlich verunglückte, sich aber in Wirklichkeit selbst erschoss. Er war mit Zuckmayer befreundet.
  • Drehort waren die Real-Film Studios in Hamburg-Wandsbek, die Außenaufnahmen fanden in Hamburg-Fuhlsbüttel und Berlin statt. Regisseur Helmut Käutner ist im Film als Görings Schatten zu sehen.
  • Bei den gezeigten zweimotorigen Kampfflugzeugen handelt es sich um Junkers Ju 86 (in der Version mit Benzinmotor), die von der deutschen Luftwaffe nie in größeren Stückzahlen eingesetzt worden waren und daher von den schwedischen Luftstreitkräften zur Verfügung gestellt wurden.
  • Im Jahre 1997 erschien ein Film gleichen Titels im Fernsehen, unter anderem mit Corinna Harfouch.

Kritik

„Formal beachtliche, aber in ihrer politischen Dimension entschärfte Verfilmung des Bühnenstücks von Zuckmayer, die eine unreflektierte Identifizierung mit dem Helden erleichtert. Trotz der realistischen Schilderung des Zeithintergrundes ein ‚Rehabilitationsfilm‘, der deshalb eher zwiespältig bleibt.“

Lexikon des Internationalen Films - Des Teufels General

 

„Das Drehbuch hat der Vorlage nichts von ihrer kritischen Substanz genommen. Im Gegenteil: „Meist pflegt der Film seine Theatervorlage zu verwässern. Käutner hat sie gepfeffert“ (Gunter Groll). Verschiedene Szenen sind filmwirksam aufgelöst, andere hinzugefügt worden. Am überzeugendsten war bei diesen Veränderungen die Profilierung des Gegenspielers Schmidt-Lausitz, dem nunmehr scharfe Intelligenz und brillante Bösartigkeit zugestanden wurden.“
– Reclams Filmführer, 5. Auflage, 1973, S. 521

Auszeichnungen

  • 1955: Bundesfilmpreis: Filmband in Silber für Marianne Koch (Beste weibliche Nebenrolle)
  • 1955: Internationale Filmfestspiele Berlin: David O. Selznick-Preis
  • 1955: Internationale Filmfestspiele von Venedig: Coppa Volpi für Curd Jürgens (Bester Hauptdarsteller)
  • 1955: Prädikat „wertvoll“ der Filmbewertungsstelle

Filmdaten

  • Originaltitel: Des Teufels General
  • Produktionsland: Deutschland
  • Erscheinungsjahr: 1955
  • Länge: 117 Minuten
  • Originalsprache: Deutsch
  • Altersfreigabe: FSK 12
  • Regie: Helmut Käutner
  • Drehbuch: Georg Hurdalek, Helmut Käutner, Gyula Trebitsch nach einem Drama von Carl Zuckmayer
  • Produktion: Walter Koppel und Real-Film GmbH
  • Musik: Friedrich Schröder
  • Kamera: Albert Benitz
  • Besetzung
    • Curd Jürgens: General Harry Harras
    • Marianne Koch: Dorothea 'Diddo' Geiss
    • Viktor de Kowa: SS-Gruppenführer Schmidt-Lausitz
    • Karl John: Ingenieur Karl Oderbruch
    • Eva Ingeborg Scholz: Waltraut 'Pützchen' Mohrungen
    • Harry Meyen: Leutnant Hartmann
    • Bum Krüger: Hauptmann Lüttjohann
    • Paul Westermeier: Otto Korrianke, Fahrer von Harras
    • Camilla Spira: Kammersängerin Olivia Geiss
    • Erica Balqué: Anne Eilers
    • Albert Lieven: Oberst Friedrich Eilers
    • Karl Ludwig Diehl: Generaldirektor Mohrungen
    • Beppo Brem: Hauptmann Pfundtmayer
    • Werner Fuetterer: Baron von Pflunck
    • Joseph Offenbach: Hauptsturmführer Zernick
    • Wolfried Lier: Kellner Detlev
    • Ingrid van Bergen: Lyra Schöppke
    • Wolfgang Neuss: Polizei-Fotograf
    • Robert Meyn: Generalleutnant von Stetten
    • Hans Daniel: Hauptmann Hassdenteufel
    • Inge Meysel: Frau Korrianke
    • Werner Riepel: Kleinschmidt, Görings Fahrer
    • Werner Schumacher: SS-Wachtmeister
    • Gerd Vespermann: Theaterregisseur Rösler
    • Horst Beck: 2. SD-Beamter

 

 


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