Uhrwerk Orange

Kult-Filme von A bis Z - Science Fiction

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Uhrwerk Orange
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Uhrwerk Orange (Originaltitel: A Clockwork Orange) ist die Verfilmung des Zukunftsromans A Clockwork Orange von Anthony Burgess. Dem Film liegt die ursprüngliche amerikanische Buchversion zugrunde, die um das letzte Kapitel gekürzt wurde. Daher unterscheidet sich das Ende im (neuen) Buch sehr von dem im Film. Der Film wurde mehrmals in Top-Ten-Listen internationaler Filme gewählt.

Handlung

Alex, welcher den ganzen Film erzählt, ist ein ausgesprochener Beethoven-Liebhaber und Anführer einer Jugendbande – den Droogs. Die Gang lebt im trostlosen Vorort eines verfremdeten Londons. Sie verständigen siclungh in einem von russischen Brocken durchsetzten Jargon („Nadsat“). Ihr Leben dreht sich um Gewalt an Wehrlosen, Schlägereien mit anderen Gangs, Vergewaltigungen und Raubüberfälle. Vor allem für Alex scheint Geld hierbei eine geringe Rolle zu spielen. Das Zelebrieren und lustvolle Genießen von Gewalt steht für den Anführer der Bande im Vordergrund. So überfallen sie zu viert einen wehrlosen alten Stadtstreicher. Eines nachts dringen sie maskiert in die Villa eines Schriftstellers und seiner Frau ein; Alex vergewaltigt die Frau und singt während des Einbruchs „I’m singin’ in the rain“. Im Laufe der Zeit beginnt es in der Gruppe zu kriseln. Den anderen Mitgliedern ist die Art und Weise von Alex’ Führungsstil zu autoritär. Bei einem ihrer Überfälle geschieht das längst Vorhersehbare: Bei dem Einbruch in das Haus einer alleinstehenden Frau, die dabei ums Leben kommt, wird Alex von seinen „Droogs“ verraten und der anrückenden Polizei überlassen. Er wird als Mörder zu vierzehn Jahren Gefängnis verurteilt.


Im Gefängnis schmeichelt er sich beim Gefängnispastor ein und wird als Versuchsobjekt für die „Ludovico-Technik“ ausgewählt, welche von der Regierung als erfolgversprechendster Versuch der Wissenschaft gefördert wird, die Resozialisierung von Kriminellen zu erreichen und so zur Entlastung der überfüllten Gefängnisse beizutragen. Alex wird deshalb in die medizinische Anstalt Ludovico überwiesen. Die Methode wird Aversionstherapie genannt:

Durch ständige Konfrontation des Patienten mit Gewaltszenen aus Filmen in Kombination mit einem verabreichten Serum, welches extremes Unwohlsein und Schmerzen auslöst, sollen Gewalt und kriminelles Handeln mit der negativen Wirkung des Serums assoziiert werden. Diese Konditionierung soll den Patienten zukünftig davon abhalten Gewalt, insbesondere auch sexueller Motivation, anzuwenden.

Am Ende der vierzehntägigen Therapie wird Alex als geheilt entlassen. Die Auswirkungen der Therapie jedoch sind verheerend: Beim geringsten Gedanken an Gewalt oder sexuelle Handlungen wird sein Handlungs- und Urteilsvermögen durch die Auswirkungen der Therapie, nämlich Übelkeit, akuten Brechreiz und große Schmerzen, rigoros unterdrückt. Alex wird, aufgrund seiner Reaktion, zu einem wehr- und willenlosen Menschen. Als unbeabsichtigter Nebeneffekt treten diese Symptome auch beim Hören von Beethovens 9. Sinfonie auf, die während der Therapie im Hintergrund lief.

Nach seiner Entlassung muss Alex feststellen, dass sich seine Eltern von ihm abgewendet und sein Zimmer an einen Untermieter vermietet haben. Jetzt fällt die Gewalt, die er einst ausübte, auf ihn selbst zurück: An der Themse trifft er den alten Stadtstreicher, den er einst mit seiner Gang zusammengeschlagen hatte, und der nun seine Wut mit anderen Obdachlosen an ihm auslässt. Nur scheinbar gerettet wird Alex von zwei seiner alten „Droogs“, die mittlerweile Polizisten sind und sich ebenfalls an ihm rächen, indem sie ihn in den Wald fahren und brutal verprügeln. Halbtot schleppt sich Alex zu einer Villa ohne zu bemerken, dass er dort zuvor den Überfall auf den Schriftsteller und seine Frau verübt hatte. Der Schriftsteller, der durch den Überfall zum Krüppel wurde und im Rollstuhl sitzt, pflegt ihn und hat zunächst vor, ihn für eine politische Wende nutzen zu wollen. Als Alex aber im Bad das Lied „Singin’ in the rain“ singt, erkennt der Schriftsteller, dass es Alex war, der ihn und seine Frau überfallen hatte, und sinnt auf Rache. Da Alex ihm erzählt, was die 9. Sinfonie nach der Konditionierung bei ihm auslöst, sperren Freunde des Schriftstellers den betäubten Alex in ein Zimmer und spielen die 9. Sinfonie lautstark ab, was Alex dazu bringt, sich aus dem Fenster zu stürzen.

Alex wacht schwer verletzt im Krankenhaus auf. Die Regierung, kurz vor den Wahlen stehend, nutzt ihrerseits die Situation aus, um mit der Heilung von Alex auf Stimmenfang zu gehen. Inzwischen hat jedoch Alex’ Konditionierung nachgelassen – er kann wieder Beethoven hören, ohne zu leiden. In der Schlussszene ist Alex beim Sex mit einer jungen rotblonden Frau mit schwarzer Strapse im Schnee liegend zu sehen, während den beiden von männlichen und weiblichen Zuschauern applaudiert wird. Der Film endet mit Alex’ Worten „Ich war geheilt, alright“.