No Country for Old Men

Kult-Filme von A bis Z - Thriller

No Country for Old Men ist ein US-Thriller von Ethan und Joel Coen aus dem Jahr 2007 mit Tommy Lee Jones, Javier Bardem und Josh Brolin in den Hauptrollen. Das Drehbuch von Ethan und Joel Coen beruht auf dem in deutscher Sprache unter dem Titel Kein Land für alte Männer erschienenen Roman von Cormac McCarthy und erzählt vom Katz-und-Maus-Spiel dreier Männer nach einer fehlgeschlagenen Drogenübergabe im Texas der 1980er-Jahre. Der Film erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem vier Oscars (dabei: Bester Film, Beste Regie).

Der Film wurde in New Mexico und in Texas gedreht. Seine Produktionskosten betrugen schätzungsweise 25 Millionen US-Dollar. Der Film feierte seine Weltpremiere im Mai 2007 als Wettbewerbsbeitrag bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2007. Am 13. Juni 2007 wurde er auf einem Filmfestival in Neapel vorgestellt und im Oktober lief er im Rahmen der Viennale. Der Film spielte in den Kinos der USA ungefähr 74 Millionen US-Dollar ein und außerhalb der USA ca. 87 Millionen. Kinostart in Deutschland war am 28. Februar 2008.

Der Titel entstammt der ersten Zeile des Gedichts Sailing to Byzantium von William Butler Yeats aus dem Jahr 1928.

 

Handlung

Handlung

Die Handlung spielt im Jahr 1980 in Texas. Bei einer Jagd in der Wüste stößt der Vietnamkriegsveteran Llewelyn Moss auf den Schauplatz eines gescheiterten Drogendeals, bei dem sich die Gangster gegenseitig erschossen haben. Moss findet nur noch einen halb verdursteten Verwundeten, eine Wagenladung aus Mexiko stammenden Heroins und zwei Millionen Dollar in einem Koffer. Er nimmt den Koffer an sich und bringt ihn nach Hause zu seiner Frau Carla Jean, ohne zu ahnen, dass sich darin auch ein Peilsender befindet. Als Moss nachts in die Wüste zurückkehrt und dem Verwundeten Wasser bringt, wird er von plötzlich auftauchenden Mexikanern beschossen, die den Ort der Schießerei inzwischen gefunden haben. Moss entkommt ihnen, er muss jedoch sein Auto zurücklassen und fürchtet, die Kennzeichen könnten die Verfolger zu ihm und seiner Frau führen.

In der Folge wird Moss von den Mexikanern, dem mit ihnen konkurrierenden und von der amerikanischen Mafia engagierten Auftragskiller Anton Chigurh sowie dem amtsmüden örtlichen Sheriff Ed Tom Bell, der Moss und dessen Frau beschützen will, verfolgt. Moss bringt Carla Jean zunächst in Sicherheit. Es gelingt ihm mehrfach, seine Jäger zu überlisten und Chigurh bei einem Schusswechsel am Bein zu verwunden. Dabei wird er jedoch auch selbst schwer verletzt. Moss wirft den Geldkoffer an der mexikanisch-texanischen Grenze über einen Zaun in ein Ufergebüsch und lässt sich danach in einem mexikanischen Krankenhaus unterbringen.

Carson Wells wird beauftragt, das Geld wieder zu beschaffen und besucht Moss im Krankenhaus. Später untersucht er die Grenzstelle und sieht den Geldkoffer, lässt ihn jedoch liegen. In seinem Hotelzimmer führt er bald darauf eine Unterhaltung mit Chigurh. Als Moss bei Wells anruft, wird Wells von Chigurh erschossen. Schließlich geht Chigurh ans Telefon und droht Moss damit, Carla Jean zu töten, sollte er nicht sofort das Geld erhalten, hinzufügend, dass er Moss ohnehin töten werde. Er könne nur noch seine Frau retten. Moss geht darauf nicht ein und verabredet mit seiner Frau telefonisch, sich mit ihr in El Paso in einem Motel zu treffen.

Als seine Frau sich in Begleitung ihrer redseligen Mutter auf der Reise nach El Paso befindet, erzählt diese nichts ahnend einem beim Gepäck verladen scheinbar zufällig vorbeikommenden und seine Hilfe anbietenden Mexikaner, der in Wirklichkeit zu den Gangstern gehört, das Ziel der Reise. Daraufhin wird Moss von den Mexikanern in El Paso kurz vor Ankunft seiner Frau gestellt und erschossen. Chigurh, der im Verlauf der Handlung ein Dutzend Menschen mit bloßen Händen, einem pneumatisch betriebenen Bolzenschussgerät für Schlachter oder einer schallgedämpften Pumpgun getötet hat, kann dadurch seinen Auftrag nicht abschließen.

Geraume Zeit später trifft Chigurh in Moss’ Haus dessen Frau Jean und sagt, dass er sie töten müsse, weil er es ihrem Ehemann versprochen habe. Jean sagt, er müsse es nicht tun, worauf er ihr das Werfen einer Münze anbietet. Da Jean darauf besteht, dass er selbst und nicht eine Münze die Entscheidung treffen solle, bleibt ihr Schicksal für den Zuschauer ungewiss und Chigurh verlässt das Haus wieder. Der Blick des Killers auf seine Schuhsohlen beim Verlassen des Hauses impliziert dem Zuschauer jedoch, dass Chigurh die Frau getötet hat, da er hier nachsieht, ob er Blut an seinen Schuhen hat. Wenige Minuten später wird Chigurh in einen Autounfall verwickelt, wobei er einen offenen Armbruch erleidet. Er verwendet das Hemd eines herbeigeeilten Jungen als Armschlinge und kann noch vor dem Eintreffen der Polizei verschwinden. Am Ende des Films sieht man noch einmal Sheriff Bell, der inzwischen in den Ruhestand gegangen ist, beim Gespräch mit seiner Frau.

Rezeption

Rezeption

Englischsprachige Kritiken

Roger Ebert schrieb in der Chicago Sun-Times vom 8. November 2007, der Film sei ähnlich gut wie Fargo der Gebrüder Coen und verbinde Elemente eines Thrillers mit einer Charakterstudie, wobei Chigurh vollkommen unerklärlich wäre. Er sei eine „meisterhafte Beschwörung von Zeit, Ort, Charakter“, von den ethischen Entscheidungen, von der menschlichen Natur und des Schicksals. Ebert lobte die Kameraarbeit, den Schnitt und die Filmmusik. Es sei ein „Wunder“, solch einen Film zu machen.

Todd McCarthy schrieb in der Zeitschrift Variety vom 18. Mai 2007, der Film sei ein Beispiel des Zusammentreffens einer guten Vorlage mit dem Talent der Filmemacher (“‘No Country for Old Men’ reps a superior match of source material and filmmaking talent”). Die Coen-Brüder hätten die Romanvorlage respektvoll, aber nicht sklavisch behandelt. Das Ergebnis sei einer der besten Filme, der viel Melancholie und „sehr, sehr schwarzen Humor“ enthalte.

Richard Corliss bei Time vom 18. Mai 2007 sah in dem Film Spannungsszenen, so dicht, als wäre man wirklich dabei (“suspense scenes as taut as they are acutely observed”).

Geoff Andrew beschrieb den Film in Time Out London vom 14. Januar 2008 als „beängstigend intelligent und einfallsreich“. Er schrieb, der Film enthalte einige bei den Gebrüdern Coen „beständige Motive“ wie Gewalt, Männlichkeit und „skurrile Charaktere“. Der Film sei der bis jetzt „blutigste“ Film der Brüder.

Deutschsprachige Kritiken

Andreas Borcholte schrieb in Der Spiegel vom 19. Mai 2007, der Film sei „bisher im Wettbewerb klar der beste Film“ und bezeichnete ihn als ein „Meisterwerk“. Borcholte kritisierte „kleine dramaturgische Schwächen“ sowie „ein sehr irritierendes, weil abruptes Ende“.

Verena Lueken schrieb in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 21. Mai 2007, der Film sei „zeitgemäßes klassisches Kino, wie es […] lange nicht zu sehen war“. Die Referenzen an Filme wie Blood Simple, Miller’s Crossing, Fargo und an die Filme von Quentin Tarantino seien unübersehbar.

Cinema sprach von „poetisch-brutaler Melancholie“ und von einem filmischen „Blick in einen Abgrund.“

Auszeichnungen

Der Film war im Wettbewerb um die Goldene Palme bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2007, gewann sie jedoch nicht. Bei den Satellite Awards 2007 gewann der Film den Preis als Bester Film (Drama) und für die Beste Regie der Coen-Brüder; er wurde außerdem für das Drehbuch, den Schnitt und die Darstellungen von Josh Brolin sowie Javier Bardem für den Satellite Award nominiert. Das National Board of Review kürte im Jahr 2007 No Country for Old Men mit den Preisen für den Bester Film, Schauspielensemble und adaptiertes Drehbuch.

Der Film gewann im Jahr 2007 den New York Film Critics Circle Award in vier Kategorien: Als Bester Film, für die Regie, für das Drehbuch und für das Spiel von Javier Bardem. In denselben vier Kategorien gewann er 2007 den Chicago Film Critics Association Award; eine weitere Nominierung erhielt Roger Deakins für die Kameraarbeit. Der Film als Bester Film, die Regisseure und Javier Bardem gewannen 2007 den Dallas-Fort Worth Film Critics Association Award. Der Film, seine Regie, Javier Bardem und Roger Deakins gewannen 2007 den Florida Film Critics Circle Award.

Der Film war bei den Golden Globe Awards 2008 in vier Kategorien nominiert, von denen er in zwei gewann: Javier Bardem als Bester Nebendarsteller und die Coen-Brüder für das Beste Drehbuch. Zu den neun Nominierungen für die BAFTA Awards des Jahres 2008 gehören jene in der Kategorie Bester Film, für Regie, für das Drehbuch, für Javier Bardem, Tommy Lee Jones sowie Kelly Macdonald. Die Drehbuchautoren wurden 2008 für den Writers Guild of America Award nominiert.

Bei der 14. Verleihung der Screen Actors Guild Awards am 27. Januar 2008 erhielt der Film den Preis für das beste Schauspieler-Ensemble in der Sparte Film. Als bester Nebendarsteller in der Sparte Film waren sowohl Tommy Lee Jones als auch Javier Bardem nominiert – die Auszeichnung ging an letzteren.

Der Film war im Jahr 2008 für acht Oscars nominiert, von denen er vier gewann: Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller an Javier Bardem und Bestes adaptiertes Drehbuch. Außerdem wurde er in den Kategorien Beste Kamera, Bester Schnitt, Bester Ton und Bester Tonschnitt nominiert.

Filmdaten

Filmdaten

Literatur / DVD

 


Die Beitragsseiten zum Film "No Country for Old Men" basieren auf dem Artikel No Country for Old Men aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.